STATION 1
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Pie, juste, fortiter – fromm, gerecht, mutig
Christoph Bernhard von Galen (1606–1678) entstammt einem protestantischen Elternhaus, wird aber katholisch erzogen. Früh wird er Mitglied des höchsten Münsterischen Bistumsgremiums, des Domkapitels, und zeigt ungewöhnliches politisches Interesse und eine große Begabung. 1650 wird er zum Fürstbischof von Münster gewählt, dem größten geistlichen Territorium des Deutschen Reiches.
Christoph Bernhard von Galen wird am 12. Oktober 1606 auf Haus Bisping bei Rinkerode – einen Tagesmarsch südlich von Münster – als Kind protestantischer Eltern geboren. Sein Vater Dietrich ist nicht nur im Münsterland, sondern als Erbmarschall auch auf dem Baltikum reich begütert. Die Mutter Catharina von Hoerde ist Angehörige einer wohlhabenden Adelsfamilie aus der Gegend von Lippstadt. Aus der Ehe gehen insgesamt sechs Kinder hervor. Johann Heinrich, der jüngere Bruder Christoph Bernhards, erhält von diesem später das für ihn neu geschaffene Amt des Erbkämmerers. Von den Schwestern wird eine Stiftsdame in Oerlinghausen, eine andere Äbtissin in Borghorst.
Wenige Monate nach Christoph Bernhards Geburt tötet Dietrich von Galen den Erbmarschall des Fürstbistums Münster nach einem Zechgelage. Hierfür muss er – freiwillig begleitet von seiner Frau – zwölf Jahre in Bevergern unter Arrest verbringen. So kommt Christoph Bernhard als Heranwachsender nach Münster in die Obhut seines Onkels Heinrich, der dort katholischer Domherr ist.
Torhaus von Haus Bisping, Geburtsort Christoph Bernhard von Galens
(Foto: Stefan Didam – Schmallenberg via
Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)
Christoph Bernhard besucht das Paulinum in Münster, wo er von Jesuiten katholisch erzogen wird. Zu den Jesuiten bewahrt er lebenslang eine besondere Nähe und Zuneigung. Früh übernimmt Christoph Bernhard erste Aufträge für das Domkapitel. Seine Studien in Jura und Theologie führen ihn nach Köln, Mainz, Löwen und Bordeaux. 1627 kehrt von Galen nach Münster zurück, tritt dem Domkapitel bei und übernimmt dort wichtige Ämter.
Titelgrafik aus Johann von Alpens Biografie über Christoph Bernhard von Galen (1790)
Christoph Bernhard ist eines der wenigen politisch tätigen Mitglieder des Domkapitels. Er übernimmt viele diplomatische Aufträge und erlebt die politische Schwäche des Fürstbistums. 1643 erhält er eine der drei den Domherren zustehenden Geheimratsstellen. Die Geheimräte beraten den Fürstbischof. Damit ist Christoph Bernhard in den innersten Zirkel der Macht aufgerückt. An den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden vertritt er päpstliche Interessen. 1650 wird von Galen trotz der Intrigen seines Gegenkandidaten, Bernhard von Mallinckrodt, zum Bischof von Münster gewählt.
Christoph Bernhard von Galen als Bischof von Münster