STATION 13
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Sind die Gründe, dass Coesfeld heute Bildungs- und Verwaltungsstandort ist, in der Politik von Galens zu suchen? In der Tat hat Christoph Bernhard für die Verankerung der Jesuiten in Coesfeld gesorgt und Großbauten initiiert. Jedoch ist eine Bautätigkeit von Adeligen oder Hofbeamten ebenso wenig nachweisbar wie überhaupt eine wirtschaftliche Belebung. Erst durch das Fürstenhaus Salm-Grumbach (später Salm-Horstmar) und dessen Nutzung des von Galen erbauten Jesuitenkollegs wird Coesfeld ab 1803 wieder Residenzstadt. Die protestantischen Preußen machen dann Coesfeld 1816 zur Kreisstadt und beginnen Wirtschaft, Verwaltung und Schulwesen (Gymnasium) auf- und auszubauen. Dabei können sie durch Rücksichtnahme auf die katholischen Traditionen ihr Ansehen erhöhen. Dass es eine jüdische Ansiedlung und Gemeinde in Coesfeld gibt, ist ebenfalls auf das Wirken Christoph Bernhards zurückzuführen. Durch die Unterstützung der Orden, besonders der Reform- und Schulorden, und der starken Förderung der Kreuzwallfahrten wird Coesfeld zum geistigen und geistlichen Zentrum der katholischen Reform im Westmünsterland.
Als nur kurzfristige Effekte könnte man benennen, dass das Hofgericht und ein Adelskonvikt zeitweise in Coesfeld eingerichtet sind. Außerdem zieht herrschaftliches Personal nach Coesfeld und heiratet in hiesige Familien ein. Der Fürstbischof vergibt einzelne Aufträge an Steinmetze, Schnitzer oder eine Coesfelder Geschützgießerei und nimmt gelegentlich Kredite für den Citadellenbau bei Coesfelder Bürgern auf.