STATION 13
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1676 und 1678 brennen mehrere Straßenzüge in der Innenstadt nieder. Als Ursache bezeichnet der Rat die Überfüllung der Stadt mit Soldaten und deren unsachgemäßen Umgang mit offenem Feuer. Auch die beiden Pestepidemien in den Jahren 1660 und 1666 sollen von Soldaten eingeschleppt worden sein. 1666 reagiert der Fürstbischof mit einer Pestverordnung auf die Seuche, in der die Zuwanderung, aber auch die Unterbringung der Erkrankten geregelt wird. Nach diesen Katastrophen siedeln sich viele reiche Bürger außerhalb Coesfelds an, wodurch sie als Steuerzahler ausfallen.
In der Pestverordnung bemängelt der Fürstbischof die zu späte Meldung der ersten Pestfälle. Er befiehlt, Erkrankte mit Abzeichen kenntlich zu machen. Sie dürfen nicht in die bestehenden Krankenhäuser verlegt werden. Stattdessen müssen sie in abgesonderte Hütten oder in die Walkenmühle vor dem Süringtor gebracht werden. Dort kümmern sich eigens angestellte Ärzte und Pfleger um sie. Die Pestkranken sollen weder lange Haare haben noch wollene Kleider tragen. Auch die neuen, noch offenen Mauerpforten werden bis auf das Süring- und das Walkenbrückentor geschlossen, Bestattungen in der Stadt verboten. Alle Hunde und Katzen sollen totgeschlagen, Schweine weggeschafft werden. Soldaten mit ihren Frauen und Kindern werden zwischen die Wälle geschickt. Über die Anzahl der Pesttoten haben wir keine verlässlichen Angaben. Die Kapuzinerpaters sollen sich bei der Krankenpflege besonders ausgezeichnet haben.
Pesthütten
Pesthospital in der Walkenmühle
Friedhof vor den Toren
Feuersbrünste im Westen
am 3. Juli 1676 und im Norden
am 29. September 1678
Von Galen ließ auch Bücher gegen andere Seuchen drucken, hier eines von seinem Leibarzt Dr. Giese gegen die „Rote Ruhr“ (1676; aus: 500 Jahre Buchdruck in Münster, 1991, Verlagsarchiv Regensberg Münster, S. 186)