STATION 2

Wasserbären

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Der Zweck von Staustufen

Staustufen haben den Zweck, das Wasser in den Gräben auch bei geringem Zufluss auf gleicher Höhe zu halten. Für die Ingenieure der Festung in Coesfeld ist dies wegen der Höhenunterschiede von Ost nach West ein besonderes Problem. Sie lösen es mit Staustufen, auch Wasserbären genannt. Das Wort ist eine Verballhornung von „Wasserwehr“ oder „Wasserbarriere“.

Wie sehen Wasserbären aus?

Wasserbär der Münsteraner Citadelle am Alten Zoo, gebaut um 1661 (Foto: G. Seggebäing)

Wichtig bei der Staumauer einer Festung ist, dass der Feind sie nicht überschreiten kann. Damit die Stauwehre (Wasserbären) nicht überklettert werden können, ist der First (Eselsrücken) meistens mit scharfen eisernen Krallen versehen. Ebenso ist der Turm, der häufig breiter als der First ist, mit einem Kranz von Krallen bestückt. Der Wasserstand wird durch die Mauer mit Überfließmöglichkeit oder eine Schleuse an der Basis der Mauer reguliert.

Staustufen in Coesfeld

Die Ingenieure Christoph Bernhards regulieren den Wasserstand der Citadelle mit drei bis vier Staustufen. Ein kombiniertes Stau- und Schleusenbauwerk liegt an der Stelle, an der heute im Stadtpark eine Brücke die Berkel überquert. Insgesamt befinden sich an Stadtgraben und Citadelle acht Staustufen. Zwischen dem Süringtor und der “Hohen Lucht“ ist der Graben bis zu vier Meter tief, um die richtige Wasserhöhe zu erreichen. Eine Staustufe ist heute noch am Walkenbrückentor zu sehen.