STATION 4

Das Residenzgebäude

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Das Residenzgebäude

Im zweigeschossigen Hauptgebäude der Ludgerusburg wohnt und residiert der Fürstbischof. Mit ihm zieht barocke Pracht in Coesfeld ein. Seine Residenz ist aber kein Schloss, wie es eventuell einmal geplant war. Hier werden auch Abgesandte anderer Staaten empfangen und untergebracht. Wir finden im Obergeschoss einen großen Audienzraum, der zusätzlich als Kapelle genutzt wird, und ein 140 m² großes Speisezimmer, in das aus dem turmartigen Küchenpavillon ein Gang führt. Es ist auf der anderen Seite mit drei angebauten Räumen verbunden, die dem Getränkeausschank dienen und aus denen man über eine Außentreppe zum Weinkeller gelangt. Von ihm ist heute noch die Gewölberuine zwischen Hallenbad und Schule erhalten. Im Untergeschoss finden sich Funktionsräume wie Schneiderei, Kriegskanzlei und Räume für Personal.

Alle Räume und ihr Inventar sind in Verzeichnissen aus den Jahren 1688 und 1708 detailliert beschrieben. Die Einrichtung scheint noch Jahre nach dem Tod Christoph Bernhards zum großen Teil vorhanden gewesen zu sein. Neben werthaltigen Gegenständen wie Gemälden sind auch Alltagsgegenstände wie Nachttöpfe akribisch aufgeführt.

Grundriss des Residenz-gebäudes der Ludgerusburg in Coesfeld (NRW Landesarchiv, LWL-DLBW)

Zeichnung des Residenzgebäudes von Osten gesehen. Rechts der Küchenpavillon mit dem Gang ins Speisezimmer (Zeichnung W. Steinem 2024)

Erste Seite des Inventarverzeichnisses von 1688  (Horstmar, Stadtarchiv Coesfeld)

Entwurf zu einem Schlossbau in der Citadelle Coesfeld, nicht gebaut (Federzeichnung Peter Pictorius undatiert, ca. 1655, LWL Landesmuseum Münster)

Einladungsschreiben Christoph Bernhards 1660 zur Landtagssitzung „auff unserem Fürstlichen Hoffsaal" in der Ludgerusburg (Stadtarchiv Coesfeld)