STATION 8
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Einfache Fußsoldaten sind Pikenträger oder Musketiere, die mit einer Muskete bewaffnet sind. Zu dieser Zeit hat man noch die Luntenschlossmuskete, die aufgrund ihrer Länge und ihres hohen Gewichtes auf einer Gabel aufgestützt wird. Der berittene Kavallerist dagegen trägt die kürzere Arkebuse mit Luntenschloss. Allen gemeinsam ist, dass sie über die Schulter gehängt zwölf Pulverladungen tragen, die zwölf Apostel genannt werden. Seitlich am Lederriemen hängt ein langer Degen (Rapier).
Viele verschiedene Handgriffe für die Musketen werden in dieser Zeit verschärft gedrillt, zusammen mit den Pikenieren wird die Gefechtsformation geübt. Von Galen erlässt dafür eigenhändig Vorschriften, in denen er auch die Pflichten der Regimentspriester, einen Trommelmarsch und die Zulässigkeit von Bagagewagen beschreibt. (Zur Artillerie s. Tafel 10.)
Wer zur Wache eingeteilt ist, hat auf den Bastionen und Wällen eine zugewiesene Strecke auf und ab zu gehen, aufzupassen, nicht einzuschlafen, sich nicht zu unterhalten, bei Dienst am Tor still zu stehen und bei Gefahr Alarm zu schlagen. In Wesel fand man Tonpfeifen, die Wallsoldaten in den Graben geworfen hatten, um nicht beim Rauchen erwischt zu werden. Das Tabaktrinken wurde von Söldnern im Dreißigjährigen Krieg über Holland ins Münsterland eingeführt.
Daneben werden alle Arbeiten erledigt, die im Alltag oder auf den Festungswerken anfallen wie Ausbesserungen an Kleidung, Waffen oder auch anstrengende Pflege- und Reparaturmaßnahmen an den Wällen, Gräben, Palisaden und Brücken („pflügen und placken“). Nicht zu unterschätzen ist die Versorgung der über hundert Pferde, die in der vorderen Reihe der länglichen Citadellengebäude ihre Stallungen hatten.