STATION 11
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Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen ist ein großer Marien- und Kreuzverehrer. Zur Vertiefung der Volksfrömmigkeit fördert er zahlreiche Wallfahrten. An Orten, die er von protestantischen Besatzungen befreit hat, stiftet er Dankprozessionen. 1659 lässt er einen Kreuztaler prägen.
Coesfeld ist damals in der Region ein zentraler Wallfahrtsort. Im Zentrum der Verehrung steht das gotische Coesfelder Kreuz. Mit einem Umzug um die Wälle wird am Pfingstmontag der als „Hessen-Utjagd“ bezeichnete Abzug der protestantischen Truppen nach dem Dreißigjährigen Krieg gefeiert. Jedes Jahr am Pfingstdienstag nimmt der Fürstbischof persönlich zu Fuß mit seinem Hofstaat an der zwölf Kilometer langen Kreuztracht teil. Bei dieser Verschränkung von Politik und Religion stehen die Soldaten der Citadelle Spalier. Oft ist der Andrang der bis zu 15 000 Wallfahrer so groß, dass am Vorabend die Stadttore geschlossen werden müssen.
Bischof von Galen startet eine große Bildungsoffensive: Mit halbjährlichen Synoden, mit Hirtenbriefen und Visitationen zieht er reformeifrige Priester heran. Doch das Domkapitel befürchtet einen Machtverlust und dessen hinhaltenden Widerstand kann von Galen nur zum Teil überwinden. Für die Rückgewinnung des calvinistischen Adels gründet der standesbewusste Bischof in Coesfeld eine Adelsakademie.
Die Glaubenspraxis der Bevölkerung will er durch Überwachung der Sonntagspflicht verbessern. Alle Schulkinder müssen am sonntäglichen Religionsunterricht teilnehmen. Der Bischof gründet 73 Schulen und kann deshalb die Schulpflicht (Religion ist Hauptfach) einführen. Er unterstützt drei Jesuiten- und vier Franziskanergymnasien. 1677 gibt von Galen das erste deutschsprachige Gesangbuch für ein Bistum heraus.