STATION 11

Ein politischer Bischof

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Ein politischer Bischof

Der Fürstbischof ist Herr über das flächenmäßig größte Reichsbistum mit rund 200.000 Einwohnern. Er ist geprägt von seiner jesuitischen Erziehung und der Hilflosigkeit des Fürstentums im Dreißigjährigen Krieg. Die Sorge um den Fortbestand des katholischen Glaubens in seinem Bistum treibt ihn um. Unnachgiebig verfolgt er eine anti-protestantische Politik: Er erreicht den Abmarsch der hessischen, schwedischen und holländischen Besatzungstruppen. In den Festungsstädten Meppen, Rheine, Warendorf sowiein den neu gebauten Citadellen Coesfeld, Münster und Vechta stationiert er Soldaten. Rechtlich stützt er sich auf einen Reichstagsbeschluss.

Die Wiedererlangung der verlorenen Gebiete Borculo und Wildeshausen scheitert diplomatisch und an Kriegen. In seinen militärischen Aktionen wird er von den Bündnispartnern als tüchtiger Militärmanager geschätzt, wegen seiner Schaukelpolitik aber auch mit Skepsis betrachtet. Seine Armee von bis zu 25.000 Söldnern wird vorwiegend durch Hilfsgelder finanziert. Damit kommt auf acht Einwohner ein Soldat!

Christoph Bernhard von Galen mit Bischofsstab, Mitra und Schwert (unbekannter Künstler, mitunter W. Heimbach zugeordnet, um 1670/1674, LWL-Landesmuseum Münster)