STATION 7
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Nach der Wahl von Galens zum Fürstbischof von Münster 1650 vermehren sich die Widerstände in der Stadt gegen seinen absolutistischen Machtanspruch. Die stolzen Münsteraner hoffen, ihre Sonderstellung aus der Zeit der Friedensverhandlungen beibehalten zu können. Doch der Kaiser stellt sich nicht auf ihre Seite. Christoph Bernhard will sein absolutes Recht mit Gewalt durchsetzen: 1657 muss er die erste Belagerung noch abbrechen, doch 1661 zwingt er die Münsteraner zur Unterwerfung.
Von Galen hat schon 1655 durch Überrumpelung versucht, Münster in seine Gewalt zu bringen. Ein Vertrag zwischen ihm und der Stadt hätte einen Kompromiss bringen können, doch von Galen will Münster entscheidend schwächen. Er baut sich – vor allem mit Münsteraner Sondersteuern – eine neue Residenz in Coesfeld. Und nur wegen des Aufmarsches starker niederländischer Verbände scheitert 1657 trotz Beschießung die Besetzung Münsters. Die Holländer werden von den Einwohnern begeistert begrüßt, dem Fürstbischof begegnet eisiges Schweigen.
Drei Jahre später ist von Galen besser gerüstet: Er sichert sich beim Kaiser, bei seinen Landständen und Nachbarstaaten, den Engländern und Franzosen ab und hat nun 14.000 Soldaten zur Verfügung. Die Holländer halten sich aus Furcht vor England und Frankreich bedeckt. Von Galen beginnt die Belagerung und staut die Aa auf. Jetzt geben die Münsteraner auf. Der absolutistische Fürstbischof hält triumphal Einzug. Er lässt den westlichen Teil der Stadtmauern einreißen, um der Stadt eine Citadelle nach Coesfelder Art vor die Nase zu setzen, deren Kanonen allerdings auf die Stadt zielen. Der Grund und Boden dafür wird – anders als in Coesfeld – entschädigungslos enteignet. Die städtische Selbstverwaltung wird beseitigt, die große Zeit Münsters ist vorbei.